Was Sie über Powell Flöten wissen sollten
Die professionelle Powell
Flöte wird in der klassischen Ausführung, handgefertigt mit
gelöteten Tonlöchern und eleganten Spitzdeckeln hergestellt.
Handmade:
Der Begriff Handmade wird leider viel missbraucht. Einige Flötenmarken
werben damit Ihre Flöten seien handgemacht. Natürlich setzt
keine Maschine die Polster ein oder nimmt die Endjustierung vor; "handgemacht"
bezeichnet aber den gesamten Herstellungsprozess einer Flöte, nicht
nur Teile davon.
Bei Powell wird jede Flöte Teil für Teil von Flötenbauern
hergestellt, die lange Jahre Erfahrung in dieser Tätigkeit haben
und einen Teil Ihrer Persönlichkeit jeder einzelnen Flöte mit
auf den Weg geben. Als Ergebnis erhalten Sie eine Flöte mit viel
Charakter, die sich deutlich von anderen Flöten unterscheidet.
Liefermöglichkeiten:
Powell Flöten werden in der Regel auf Ihre Bestellung hin und nach
Ihren Wünschen angefertigt. Die aktuelle Lieferzeit erfragen Sie
bitte bei Ihrer Powell Vertretung. Zum sofortigen Kauf stehen eine Reihe
von Vorführ- und Ausstellungsinstrumenten zur Verfügung.
Garantie:
Powell gewährt eine
einjährige Garantie auf die Polster und die Regulierung jeder neuen
Flöte. Die Haltbarkeit der Lötverbindungen wird garantiert,
solange die Flöte dem Erstbesitzer gehört. Alle Flötenköpfe
können Sie innerhalb eines Jahres ohne Angabe von Gründen kostenlos
umtauschen, einwandfreier Zustand vorausgesetzt.
E D E L M E T A L L E
Der Klang einer Flöte wird beeinflußt von der Masse, der spezifischen
Dichte und der Härte des Materials,aus dem sie hergestellt ist. Aus
diesem Grund kommen seit 140 Jahren Edelmetall beim Flötenbau zum
Einsatz. Sie haben eine hohe Dichte und können durch Schmieden, sowie
durch Alterung gehärtet werden.
Silber:
Silber hat eine Dichte von 10,49 und wird seit über 140 Jahren im
Flötenbau verwendet. Entsprechend gehärtet, bürgt es für
seinen berühmten, hellen Klang. Powell verwendet ausschließlich
Sterling Silber. ( 925 / 1000.)
Gold:
Reines Gold hat eine höhere spezifische Dichte als Silber und ist
in seinen Legierungen auch härter als dieses.
Goldflöten wird ein besonders warmer Ton und großer dynamischer
Umfang nachgesagt. Powell verwendet 10 Karat Gelb- und 14 Karat Rotgold..
Der Kupferanteil in der jeweiligen Legierung bestimmt die Farbe des Goldes
und auch die Klangfarbe der daraus gefertigten Flöte.
Platin:
Platin, das edelste aus der Gruppe der Platin-Metalle, weist die höchste
Dichte aller Metalle auf, nämlich 21,5 (Bekannt durch "Density
21,5" von Edgar Varse). Platin wird geschätzt, weil es einen
dunklen, aber doch sehr tragenden Ton ergibt und die dynamischen Möglichkeiten
(fast) unbegrenzt sind.
Aurumite:
Aurumite ist eine eigene und einzigartige Entwicklung von Powell und ermöglicht
ganz außergewöhnliche Klangfarben. Die Idee ist, die so teuren
Edelmetalle mit der höheren Dichte dort zu verwenden, wo sie akustisch
wirksam sind, im Inneren des Flötenrohres. Ein inneres Flötenrohr
aus 14K Rotgold wird mit einem äußeren aus Silber laminiert.
Bitte verwechseln Sie Aurumite nicht mit Vergolden. Die Schichtstärke
des Goldes beträgt 1/3 der Wandstärke, oder 0,133 mm. Die Verbindung
zwischen der Silber- und der Goldschicht ist unlösbar, es ist möglich
Tonlöcher aus einem Aurumite Rohr zu ziehen.
Die so entstandene "Sandwichbauweise" verbindet die klangliche
Größe von Gold mit dem stahlenden Silberklang. Aurumite Flöten
oder Kopfstücke erhalten sie nur bei Powell, kein anderer Hersteller
kann Ihnen dieses außergewöhnliche Material anbieten. Powell
hat für dieses Material ein Patent erhalten.
K O P F S T Ü C K E
Alle Powell Kopfstücke
sind handgemacht. Die Fähigkeit des menschlichen Ohres, feinste Klangunterschiede
wahrzunehmen, ist immer noch größer als die Genauigkeit selbst
modernster Meßgeräte, mit denen die Herstellung kontrolliert
wird. Sie sollten daher immer mehrere Kopfstücke probieren um das
für Sie beste Kopfstück zu finden. Durch die bekannte einjährige
Rücknahmegarantie haben Sie die Gewißheit immer ein optimales
Kopfstück zu spielen.
W A H L M Ö G L I C H K E I T E N / B E S O N D E R H E I T E N
Tonlöcher:
Aufgelötete Tonlöcher, wie sie bei Powell Flöten verwendet
werden, werden aus einemspeziellen Rohr mit dem jeweils erforderlichen
Durchmesser in der für die jeweilige Wandstärke erforderlichen
Paßform ausgeschnitten und dann auf das Flötenrohr aufgelötet.
Erst dann wird das eigentliche Loch ausgeschnitten und der Kamin oben
abgefräst. Gelötete Tonlöcher haben eine Wandstärke
von ca 1mm, gezogene eine von 0,2mm. Da die Masse und die Gleichmäßigkeit
der Flötenwandstärke einen positiven Einfluß auf den Klang
einer Flöte haben, verwendet Powell ausschließlich gelötete
Tonlöcher. Durch das Abfräsen der Tonlöcher wird völlig
ebene Oberfläche erreicht, die einen excellenten Polstersitz gewährleistet.
Powell ist die einzige Firma, die Ihnen serienmäßig hart aufgelötete
Tonlöcher anbietet. Die bisher übliche Weichlötung kann
man mit einem "Aufkleben" des Tonkamins vergleichen. An der
Übergangsstelle zwischen Flötenrohr und Tonkamin wurden bisher
die Schwingungen unterbrochen. Durch die Hartlötung wird ein durchgehendes
Schwingen ermöglicht, das den Gesamtklang der Flöte positiv
beeinflußt. Als weiterer Vorteil dieser Lötungen können
sich die Tonkamine nicht mehr, wie bisher, vorallem bei älteren Flöten
geschehen, durch Korrosion lösen.
Arme:
Arme sind die Verbindung
zwischen den Achsen und den Deckeln. Man unterscheidet Spitzarme, dieüber
den Deckel bis zu seiner Mitte reichen, und Y-Arme, die den Deckel am
äußeren Umfang umgreifen. Spitzarme oder Spitzdeckel ergeben
wesentlich mehr Stabilität und die ästhetisch befriedigendere
Wirkung.
Geschlossene - oder Ringklappen:
Geschlossene Deckel sind leichter zu spielen (für kleine Hände).
Ringklappen erfordern zwar ein genaueres Greifen, sie ermöglichen
aber eine Fülle von Möglichkeiten der Klangmanipulation. (Mikrointervalle,
Mehrklänge etc.), wie sie besonders in der neueren Musik nicht mehr
wegzudenken sind.
Stimmung:
Mit "Stimmung" bezeichnen wir die absolute Tonhöhe, definiert
durch den Kammerton A, der ursprünglich auf A:440Hz festgelegt war.
Heute variiert er zwische 440Hz und 445Hz. Eine Powell Flöte mit
einer Stimmung von A:444Hz kann problemlos auch bei 442Hz oder 446Hz gespielt
werden.
Intonation:
Intonation bezeichnet das Verhältnis der Töne zueinander und
wird auf der Flöte durch den Abstand der Tonlöcher voneinander
und zum Mundlochzentrum bestimmt.
Die Moderne Powell Skala ist eine Weiterentwicklung der Cooper Skala,
die die Firma Powell als erste, neben Albert Cooper selbst, seit 1974
verwendet.
Wandstärken:
Läßt man alle Eigenschaften einer Flöte unverändert
und variiert nur die Wandstärke, so stellt man fest:
Je dicker, desto dunkler der Klang. Gold und Platin werden wegen der größeren
spezifischen Dichte dünner verarbeitet. Powell liefert Wandstärken
von .014"; .016"; und .018" (0,35mm; 0,40mm; 0,45mm) für
Silberflöten. .012" (0,30mm) für Goldflöten und .010"
(0,25mm) für Platinflöten. Aurumite wird nur in .016" (0,40mm)
hergestellt.
H-Fuß:
Ein H-Fuß bietet nicht nur die Möglichkeit, das "kleine"
H zu spielen, sondern verbessert auch die allgemeinen Klangeigenschaften
einer Flöte, besonders in der dritten Oktave.
Cis-Triller:
Dieser zusätzliche Triller erleichtert den h-cis-Triller und ermöglicht
einen sauberen g/a Triller in der dritten Oktave. Ebenso leicht sind der
fis/gis-, sowie der as/b-Triller in der dritten Oktave auszuführen.
Tremolos zwischen c und g sind ebenso möglich, wie ein pianisimo
einsetzendes as in der dritten Oktave. Nicht zuletzt ermöglicht er,
in Debussy`s "L`aprs midi d`un faune", den Anfangston cis geschmeidig,
groß und intonationssicher zu spielen.
Inline / offset:
Diese englischen Ausdrücke, ihrer Kürze wegen auch bei uns gebräuchlich,
bedeuten: alle Klappen in einer Linie (inline) oder G-Deckel ausgesetzt
(offset) Inline ist ästhetisch schöner, aber für manche
schwieriger zu spielen. Die mechanische Anfälligkeit bei der Kombination
von inline-g und E-Mechanik, die bei vielen Flöten auffällt,
wird bei Powell durch die Verwendung einer "hidden bridge" kompensiert.
Ein Hängenbleiben der Verbindung f-fis in der dritten Oktave wird
so unmöglich.
E-Mechanik:
Die E-Mechanik schließt beim Griff für E''' die untere G-Klappe.
Diese Einrichtung erleichtert die Ansprache des E''' auch bei Bindungen
mit A'' oder A'''.
Gravur:
Jede Powell Flöte ist
mit dem Powell Logo auf dem Kopfstück, dem Mittelteil (unterhalb
des Herzen) und dem Fußstück graviert. Die Seriennummer findet
sich auf dem Mittelteil. Die Seriennummern der Kopfstücke sind ,nach
Abschrauben der Kopfschraube sichtbar, seitlich in das Rohr eingraviert.
Polster:
Jede Powell Flöte wird entweder mit Polstern der Fa. Straubinger,
oder mit von Powell selbst entwickelten synthetischen Polstern ausgestattet.
Herkömmliche, stark dämpfende, Filzpolster kommen nicht mehr
zur Anwendung. Für die Trillerklappen verwenden wir patentierte Polster
mit einer Resonanzzone in der Mitte. Dadurch wird die Ansprache in der
Tiefe verbessert.
[Stand der technischen Beschreibung: 01/2002 Änderungen vorbehalten]
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